«Diese Musik spielt mit Gefuehlen. Mit Freude, Liebe, Hass und Wut. Eine emotionale Hoechstleistung.»


Schubladendenken funktioniert hier nicht, so der durchaus betont positive Kommentar eines Konzertbesuchers. «Musik, die einem Wesen gleicht», wurden andere Stimmen laut. «Einem Wesen mit Seele & Emotionen, vertont in einem Wechselspiel aus Ruhe und Sturm.» Und so will Ihnen die vorliegende Biographie diese Einordnung nicht abnehmen.

Liven, dies ist die Schweizer Band, deren Melodien sich unweigerlich im Kopf verankern, geradezu Wurzeln schlagen. Lebendig eben, Gemütsschwankungen nicht ausgeschlossen. Mag dies nun so klingen, als wäre jeder Vers, jede Melodielinie voraussehbar, so ist dem nicht so. Eingängigen Melodien zum Trotz erschliessen sich diverse Kompositionen erst bei wiederholtem – und bewusstem – Hinhören komplett.

Den Anfang machten tief gründende, autobiographische Texte aus der Feder von Daniel Jung. Solche Texte sind auch heute noch der Grundstein jeglicher Songs, wenn auch nicht jedes geschriebene Stück unweigerlich auf dem Fundament einer lyrischen Komposition aufbaut. Am Bezug zu realen Erlebnissen hat sich dennoch nichts geändert. Jedes Werk zeigt sich auf musikalische Weise als Verarbeitung von Erfahrungen, Erkenntnissen und Begegnungen, oft auch als Spiel mit Melancholie und dem darauf folgenden Mut, von Neuem aufbrechen zu wollen. Die Verbindung von tiefgründigen Versen mit teils mystisch-schweren Klängen und teils verspielt lockeren Passagen ist demnach nicht lediglich das Stilmittel, sondern der gelungene Versuch, die Komposition aus Text und Musik als Nachricht mit sieben Siegeln in die Welt zu senden. Dennoch schleichen sich die Zeilen ins Stimmungsgebilde des Zuhörers ein und lassen sich unbeschwert mit persönlichen Emotionen und Erlebnissen verbinden.

Beschenkt mit einer unverwechselbaren Stimme gelingt es Daniel, den Zuhörer unweigerlich in seinen Bann zu ziehen. Sein grosser Stimmumfang und das Spektrum seiner Stimmfarbe, welches von warm bis kratzig reicht, setzen ihm bei der Interpretation seiner Arrangements keine Grenzen.

Im Laufe der Jahre bildete sich um den heutigen Leader  (Vocals & Rhythmusgitarre) Daniel die bestehende Band:

Joel Gregorin gibt seit 2005 den Takt an. Ausgebildet am MI in L.A., verbrachte er zwei Jahre in den USA und spielte während dieser Zeit über 200 Gigs mit Bands wie Sixpack, Trademark und Fruitcakes, und ist auf diversen CD-Produktionen als Gastmusiker zu hören. Der bisher grösste Erfolg seiner Drummer-Karriere war zweifelsohne die Tour mit Candlebox (Seattle, USA) als Opener für Nirvana 1993 in California. Er lebt den Rock’n’Roll mit ausschweifenden Touren auf seiner Harley. In seinem Garten trifft man ihn des öfteren an zu philosophischen Zwiegesprächen mit Chris von Rohr.

Erst zwei Jahre später – 2007 – stiess Mike Fitze als versierter Lead-Gitarrist dazu. Seine kraftvollen und dennoch schwebenden wie erzählenden Soli verleihen seither jedem Song seine eigene Perspektive. Mit meist eher unbekannten Bands spielte auch er vor Liven zahlreiche Gigs und ist gelegentlich auch noch mit der Partyrockband Sugar Boyz unterwegs. Technisch versiert mit Rhythmus im Blut und dem Blues im Herzen spielt er, was er fühlt und fühlt was er spielt.

Im Jahre 2008 fand Werner Herzig zu Liven. Mit seinen aussergewöhnlichen synthetischen Klängen inspirierte er als rastloser Tastenvirtuose genauso vor, während und nach Sessions im Bandlokal sowie an Konzerten. Anfangs 2011 verliess er die Band, um sich auf seiner Harley in die weite Welt aufzumachen. Wie sagt man so schön: «Auf zu neuen Abenteuern». Seither wird sein Platz nicht neu besetzt. Gekonnt eingesetzte Synthesizer-Samples schliessen die so entstandene Lücke.

Martin Oppliger liess sich ebenfalls am MI in L.A. zum Bassisten ausbilden. Er spielte unter anderem bei Mash und der lokal bekannten Berner Mundart-Rock-Formation Barfuess. Zusammen mit Joel Gregorin bildet er die perfekte Groove-Einheit. Als letztes Mitglied (dabei seit 2009) sorgt er heute nicht nur am Bass für das solide Fundament von Liven.

Bereits der erste Auftritt im September 2006 – damals noch unter anderem Namen – im Einstein (Aarau) begeisterte das Publikum durch Songs und Performance. War das Lokal zu Beginn des Auftritts noch zu zwei Dritteln gefüllt, so schien das Lokal im Verlaufe des Abends aus allen Nähten zu platzen. Neugierige Menschen pressten sich an die Fensterscheiben und verfolgten von draussen das Konzert: Es hatte sich in der Stadt umgesprochen.

Beim MyCokeMusic Soundcheck erlangte jeweils ein Song von Liven (Immortality, Snow White Innocence) wiederholt einen der preisdotierten Ränge durch Online-Votings und Jury-Entscheide.

Die unbestritten eingängigen Melodien animieren das Publikum zum mitsingen: als Liven noch unter dem Namen Dyabelle im Bierhübeli (BE) am Waldbühnen-Contest (Gurten Festival) spielte, riss die Musik den gesamten Saal mit, was in nicht enden wollenden Publikums-Chören nach «Let Me Sleep» mündete.

Eine unverkennbare Eigenschaft neben den emotionsgeladenen Songs ist die überaus ansteckende Spielfreude der Band. Die Songs spielen mit Emotionen, mit Freude, Liebe, Hass und Wut. Diese musikalische Berg- und Talfahrt durchleben aber auch die Musiker auf der Bühne und senden diese Gefühle sowohl akustisch als auch optisch mitten ins Herz der Zuhörer! So ist es denn auch zu erklären, dass Liven beim «Acoustic Song Contest» im Herbst 2010 in Uster das Publikumsvoting gewann.

Als Liven von music-lounge.ch im November 2010 zur Band des Monats gekürt wurde, klang dies wie folgt: «Wenn sich harte, emotionsgeladene Gitarren-Sounds, satte Beats und intensive Vocals treffen, dann sind es Liven. Die Band überrascht mit anspruchsvollen Songs irgendwo zwischen nicht belastender Schwermut und musikalisch seelischen Befreiungsschlägen.»

Im Oktober/November 2012 haben Liven ihr zweites Album in den Winterland Studios in Minneapolis (MN, USA) aufgenommen. Das neue Album soll im Frühjahr 2013 erscheinen.

© Liven 2012


Referenzen (Auszug):

• Kofmehl, Solothurn
• Bierhübeli, Bern
• Abart, Zürich
• Emergenza Festival
• Einstein, Aarau
• Hutturock, Huttwil (BE)
• OpenAir, Wettingen
• Treibhaus, Luzern
• Opium Lounge, Aarau
• Gewerbehalle, Luzern
• Acoustic Song Contest, Uster